Diskussion

Dicker Engel: BGE – Ethik und Philosophie

Dicker Engel - Die Online-Kneipe der Piraten
»Was würdest Du arbeiten, wenn für Dein Einkommen gesorgt ist?« Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Debatte rund um ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE).
Ausdrücklich soll es in der Online-Kneipe der Piraten Dicker Engel am Donnerstag, den 15. Dezember ab 20.00 Uhr, nicht um Fragen der Finanzierung und/oder wirtschaftlicher Effekte im Detail gehen.

Muss unser Verständnis von „Arbeit“ im Zeitalter der Informationsgesellschaft neu geschärft werden? Ist Vollbeschäftigung eine Utopie, die allzulange durch Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt verfolgt wurden? Welchen Stellenwert schreiben wir Piraten ehrenamtlicher Arbeit und individueller Initiative zu?

»Aber dann geht doch keiner mehr arbeiten« und »Wer macht dann die Drecksarbeit?« sagen die Kritiker. Kommt in den Dicker Engel und diskutiert mit über ein bedingungsloses Grundeinkommen, dies soll:

die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen
einen individuellen Rechtsanspruch darstellen
ohne Bedürftigkeitsprüfung
ohne Zwang zu Arbeit oder anderen Gegenleistungen garantiert werden

Wir hören uns im Dicker Engel. Arrr!

Weiter Informationen:

  • der angenommene Antrag zum Grundeinkommen PA284
  • Alle Infos zum Kommunikationstool Mumble
  • Alle Infos zum Dicker Engel

6 Kommentare zu “Dicker Engel: BGE – Ethik und Philosophie

  1. selbstverständlich kann ich nur für mich sprechen.
    als freie künstlerin wäre das bedingunslose grundeinkommen für mich hilfreich. da mir mein beruf eben auch berufung ist, wird sich für mich in punkto arbeitszeit mit sicherheit nichts ändern.

    herzlichen gruß

    • diese Frau Tauzher braucht wohl ignnredd Geld und schreibt deshalb so dummes Zeug ohne den Kopf einzuschalten. Denn hat sie bestimmt nur, damit sie Ihre Haare nicht in der Hand tragen mudf. Pressefreiheit ist schon in Ordnung aber bitte keine Hetze wie wir schon einmal hatten. Auf solche Leute kf6nnen wir verzichten.

  2. Ich bin auch (verhinderter) freier Künstler, sowie Vater von zwei Kindern. Durch den Erwerbsarbeitszwang, der die Deckung des existenziell notwendigen Minimums mit einschließt (ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass wir Armut und Existenzangst im Überfluss ermöglichen), bin ich MASSIV in der Ausübung meiner gesellschaftlichen Pflichten behindert. Die kulturelle Bereicherung wird erschwert und unterbrochen, das Erziehen meiner Kinder, dass nicht weniger bedeutet als die Qualität der Gesellschaft von Morgen mitzugestalten, ist schier unmöglich.
    Die dümmlichen Argumente, dass Leistungen Einkommen produzieren, sollte jeder Mensch im Hinblick auf seine Eltern widerlegen können. Im Gegenteil braucht der Mensch ein Einkommen, um SINNVOLL tätig sein zu können. Der Erwerbsarbeitszwang nötigt uns allzuoft in destruktive Aktivitäten, und versorgt inkompetente Arbeitgeber mit Arbeitskräften. (Inkompetent in dem Sinne, dass sie keinen dem Menschen würdigen Arbeitsplatz gestalten können, was eine Verarmung unserer Kultur zur Folge hat).
    Das BGE würde durch eine garantierte Grundsicherung all unsere hochtrabenden Ideale, die wir selbstverliebt in Menschenrechtscharta, Verfassung und Grundgesetz definiert haben, erstmalig ermöglichen: frei, selbstbestimmt und ohne Angst Mensch sein zu können.

    • zitat:
      „Das BGE würde durch eine garantierte Grundsicherung all unsere hochtrabenden Ideale, die wir selbstverliebt in Menschenrechtscharta, Verfassung und Grundgesetz definiert haben, erstmalig ermöglichen: frei, selbstbestimmt und ohne Angst Mensch sein zu können.“

      meine volle zustimmung !!!

      eines ist meiner meinung nach nicht außer acht zu lassen: die (sich wohl steigernde) angst des einzelnen, zu kurz zu kommen, nicht (mehr) genug zu haben/ bekommen. aus dieser angst heraus kann viel menschen-unwürdiges entstehen, konkurrenzdenken, vor-urteile, ellenbogen anspitzen, abwerten/ bekämpfen vermeintlich!!! unter einem stehender … usw. usf.
      auch teile der öffentlichen diskussion über das BGE (bzw. seine ablehnung) entspringen mE. solchen vielfach unbewußten befürchtungen.

  3. Ich bin auch der Meinung ein BGE müsste her um neben den derzeitigen gesellschaftlichen Problemen vor allem die großen Herausforderungen der Zukunft, nicht zuletzt für die nachkommenden Generationen, zu bewältigen. Leider wird in Deutschland nach wie vor viel zu kurz gedacht, und noch weniger (pragmatisch) gehandelt, sondern ausgesessen. Die etablierte Politik ist von Lobbyismus und Machterhalt geprägt, daher wird diese nichts an den bestehenden Verhältnissen ändern, soviel ist sicher. Wir, die Bürger, müssen es selbst in die Hand nehmen.

    Meine Persönliche Situation:
    Als gut gebildeter und motivierter Heimkehrer von einer Langzeitreise (5 Jahre+), der viel Wissen und Erfahrung zu geben hat, hat man, wenn man kein persönliches Netzwerk hat das einen (inkl. Job) auffängt, aufgrund der aktuellen Gesetzgebung eigentlich fast nur die Wahl zwischen Verarmung und Illegalität. Dabei will man als freiheitlich orientierter Mensch der Verantwortung für sein Handeln übernimmt eigentlich nur arbeiten, niemand auf der Tasche liegen und idealerweise andere an seinen Erfahrungen und seinem Wissen teilhaben lassen. Zumal es faktisch doch auch gar keinen Grund gibt, warum man in einer Überflußgesellschaft wie der Unseren, arbeitswillig und arbeitsfähig, verarmen sollte. Leider sieht die Realität, wie wir wissen, anders aus.

    Es muß sich vor allem schleunigst was am Arbeitssystem was ändern. Es gibt genug Arbeit, sie muß nur anders verteilt, bewertet und organisiert werden, wenn nötig mit entsprechenden Ausgleichen. Gesellschaftlich gesehen ist es in jeder Hinsicht NUR vorteilhaft, wenn man als Arbeitnehmer nicht gezwungen ist, jeden besch…, schlecht bezahlten Job annehmen, oder sich, und das meist noch zusätzlich, mit unnötiger, ineffizienter und nicht-zielgerichteter Selbstverwaltungsarbeit beschäftigen zu müssen. Worum geht es denn? Um Konkrolle? Um die Leute in Reih‘ und Glied zu halten? Arbeitsqualität steigt mit der Arbeitszufriedenheit, die sich wiederum nicht aus dem Zwang zur Erwerbsarbeit ergibt, sondern daraus, dass das Individum die Tätigkeit individuell als sinnvoll empfindet. Zudem sind das Sozialsystem, die Arbeitsagentur und das ganze System der staatlichen Arbeitsvermittlung eine Farce, uneffektiv, verschlingen Unmengen an Geld das besser genutzt werden könnte und bewegen sich bei genauer Betrachtung oft schon jenseits der Grenze zur Gesetzeswidrigkeit.

    Ein weiterer Aspekt der mir bei der „Entfinanzierung“ der Breiten Masse nicht ganz einleuchtet ist eine Frage, die sich die Arbeitgeber, also die Produzenten stellen, sollten und die ist: wer soll denn eigentlich die ganzen Großbildfernseher kaufen wenn keiner mehr Geld hat?

    Man muß bei der ganzen Begeisterung für das BGE allerdings auch aufpassen und darf sich nicht dazu hinreißen lassen, die Idee des BGE nicht zu romantisch zu verklären. Eine große Hürde bzgl. der breiten Akzeptanz sehe ich in Folgendem Sachverhalt: es gibt jede Menge Leute (nennen wir sie der Einfachheit halber Chefs oder aktuelle Profiteure des derzeitigen Systems) die entweder das Privileg haben Macht über andere Leute ausüben zu können (und das gerne ausleben), oder schlichtweg ignorant sind nach dem Motto: „ich bin Leistungsträger und schaffe es das Tempo zu halten, also sollen das andere gefälligst auch tun“. Üblicherweise werden solche Menschen es erst einsehen wenn sie auf der anderen Seite stehen.

    Es muss sich jedenfalls was ändern und das wird es auch tun. Das ist nicht die Frage. Die Frage ist vielmehr, ob wir es (rechtzeitig) schaffen werden einen positiven Paradigmenwechsel zu bewirken.

  4. Klönhammer, Ursula

    Ich bin 71 Jahre alt, bekomme Grundsicherung, habe also ein Minimum zum Leben. Trotzdem habe ich das Bedürfnis, meine Fähigkeiten, die zum Beispiel Verwaltungsarbeiten wären, einzusetzen, etwas Sinnvolles zu tun.

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