Diskussion

Wolfgang Wimhöfer: Demografischer Wandel

Junge und alte Menschen im Demografischen Wandel

Wie können junge und alte Menschen nachhaltig mit den Mitteln der Kunst zusammengebracht werden?

Als bildender Künstler nehme ich seit 2007 am NRW-Landesprogramm Kunst und Schule im offenen Ganztag teil. Die Schüler werden von mir an den Schulen abgeholt und wir besuchen dann regelmäßig Senioren in „zentren plus“ oder in Senioreneinrichtungen. Dort erstellen wir dann gemeinsam mit Papier und Schere, Pinsel, Leinwand und Farbe Bilder, die zum Schluss des Projektes in der Einrichtung ausgestellt werden.
Wegen der ständig steigenden Nachfrage habe ich 2009 einen Verein gegründet, in dem ich ehrenamtlich als Geschäftsführer tätig bin. (Jung trifft Alt Düsseldorf e.V.) Im Landeswahlprogramm 2012 gibt es auf meine Initiative hin unter 1.6.7 einen Programmantrag „Gesellschaftliche Integration“, zum BPT 2012.2 habe ich für die AG Demografischer Wandel unter PA 448 einen Programmantrag gestellt.

Die Akzeptanz und damit die Nachfrage für die soziale Arbeit zusammen mit Schulen und Senioreneinrichtungen wächst. Sie ist eine Antwort auf die steigende Überalterung der Gesellschaft und verhindert eine soziale Ausgrenzung von der Gesellschaft. Hier sind als Akteure insbesondere Künstler gefragt, da sie mit ihren Mitteln und Möglichkeiten Hemmschwellen überwinden und dazu beitragen, sich auf ein kreatives Gemeinschaftserlebnis einzulassen, an dessen Ende eine Präsentation der Ergebnisse steht. Die Teilnehmer erfahren während des Projektes ein hohes Maß an kultureller Bildung und nehmen am öffentlichen Leben teil.
Kinder lernen im Umgang mit älteren Menschen eine neue partnerschaftliche Form des Zusammenlebens. Für die Senioren sind sie eine Quelle für die eigene Lebendigkeit und Lebensfreude und dienen der sozialen Vorsorge.

Die Kinder werden im Zuge des demografischen Wandels für alte Menschen sensibilisiert, nehmen deren Sorgen und Probleme wahr und entwickeln dadurch Verantwortung für die ältere Generation. Senioren entwickeln Verständnis für Kinder zum Beispiel im Bereich der digitalen Medien und nehmen somit an dem damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel teil.

Im Rahmen von Podiumsdiskussionen soll unter Anderem geklärt werden:
– Welcher soziale und gesellschaftliche Mehrwert ergibt sich aus langjährigen Kontakten zwischen Kindern und Jugendlichen mit älteren, lebenserfahrenen Menschen, die gemeinsam an Projekten arbeiten, welche kreativ mit Mitteln der Kunst entwickelt werden?

– Ergeben sich daraus erhebliche Kosteneinsparungen in den verschiedenen sozialen Bereichen zum Beispiel bei Prävention, öffentlicher sozialer Fürsorge, in der Schule, bei Therapien, Verhinderung von Straffälligkeiten usw.?

– Werden junge Menschen, die auf diese Weise soziale Kompetenz und Anerkennung entwickelt haben, in ihrem anschließenden sozialen Verhalten weniger auffällig als Gleichaltrige, die ohne Anleitung – ausschließlich – unter sich bleiben und ihre soziale Entwicklung hauptsächlich auf Spielplätzen und/oder in Jugendclubs entwickeln? Welche Vorteile haben ältere Menschen? Wie lässt sich die soziale Wertschätzung für ältere Menschen in der Gesellschaft generell aufbauen und verbessern?

– Welche künstlerischen Projekte und Methoden sind besonders geeignet, um nachhaltig Jung und Alt füreinander gegenseitig zu begeistern? Was kann die Kunst im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes leisten?

– Welche Erfahrungen wurden in der Praxis bereits gesammelt, was ist in Zukunft geplant?

Die erste Podiumsdiskussion dazu fand am 10.05.2012 im Stadtteilzentrum Düsseldorf-Bilk statt, die zweite ist am 20.11.2012 um 19:00 Uhr im Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf.

Beispiele für laufende und geplante Projekte:
– Kinder schlagen ein Rad, Senioren geben einen Rat
Mit Hilfe von kleinen, selbst gefertigten Schablonen und einer circa 100 cm großen Radschlägerfigur in Kunststoff setzen Kinder zusammen mit Senioren in einer Senioreneinrichtung das Thema mit Pinsel und Farbe um.

Die beteiligten Senioren werden eingeladen, anhand von Sprichwörtern den darin enthaltenen Ratschlag mit den Kindern zu diskutieren und geben somit Lebensweisheiten an die jüngere Generation weiter, die sonst in Vergessenheit geraten.

Auch wird das Radschlagen in den Straßen der Stadt nach alter Düsseldorfer Tradition geübt.

– IT Versorgung
1. In Schulen sollte jeder Schüler schon in den Grundstufen den Umgang mit Hard- und Software lernen, insbesondere auch den Zugang und den Gebrauch des Internets.

2. In Senioreneinrichtungen wird jedem Bewohner die Nutzung von Computern und der Zugang zum Internet ermöglicht.

3. Als OS dienen Linux basierte Systeme, freie Software wie Libre Office und Freifunk WLAN. Als Hardware werden möglichst gebrauchte Geräte eingesetzt, um den Elektronikschrott einzudämmen.

4. Wir streben die Hilfe der Senioren beim Erlernen der IT Werkzeuge durch Schüler an.

5. An folgenden Schulen und Senioreneinrichtungen starten wir dazu im Schuljahr 2012/13 Pilotprojekte: (…), (…)

Die Senioren in den entsprechenden Einrichtungen werden nicht vom Web ausgeschlossen, wie es zur Zeit noch häufig der Fall ist. In der Regel steht nur ein Terminal zur Verfügung. Für Schüler bietet sich die Möglichkeit, ihr Wissen an die Eltern und Großeltern als ein „Dialog der Generationen“ weiterzugeben.

Das Thema Demografischer Wandel ist zu komplex, und lässt sich nicht mit ein paar Sätzen darstellen; es wird uns insbesondere in Fragen der Renten und Altersarmut weiter in Zukunft beschäftigen. Für mich steht der Dialog der Generationen dabei an erster Stelle, denn nur so nimmt die nachwachsende Generation die Sorgen und Nöte der Älteren wahr und wird versuchen, in einem ganzheitlich angelegten politischen Prozess Lösungen zu finden.
Die AG Demografischer Wandel bietet dazu unter anderem eine Plattform.
Interessierte Piraten wenden sich bitte per Email an mich oder tragen sich auf den entsprechenden WiKi-Seiten ein.

Düsseldorf, den 11.11.2012

Wolfgang Wimhöfer
artwim(at)piratenpartei-nrw.de

Links:

www.jtad.de
www.malkasten.org
http://wiki.piratenpartei.de/AK_Dialog_der_Generationen
http://wiki.piratenpartei.de/AG_Demografischer_Wandel
http://wiki.piratenpartei.de/NRW:Wahlprogramm_2012#Gesellschaftliche_Integration
http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA448

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